Aktionskonferenz in Koblenz Gewerkschaften machen mobil gegen Sozialabbau

Mehr als 100 Betriebsräte, Vertrauensleute und aktive Gewerkschaftsmitglieder trafen sich im August im Haus Horchheimer Höhe in Koblenz

19. August 2026 19. August 2026


Sie trafen sich, um sich mit den geplanten Reformen der Bundesregierung auseinanderzusetzen und ein deutliches Zeichen gegen die geplanten Angriffe auf Rente, Gesundheit, Pflege und Arbeitnehmerrechte zu setzen.

Eingeladen zu der Aktionskonferenz hatten die IG Metall Koblenz, die IG Metall Neuwied und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Koblenz.

Als Hauptredner sprach der gebürtige Neuwieder Hans-Jürgen Urban, der bis Juni 2026 im geschäftsführenden Vorstand der IG Metall für Sozialpolitik zuständig war. Er warnte vor einer Zeit der „Vielfachkrisen" und stellte den Regierungsplänen ein klares „Nicht mit uns!" entgegen. Gerade die Rente für besonders langjährig Versicherte, von den Gewerkschaften hart erkämpft, werde man „mit Zähnen und Klauen verteidigen".

 

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, beteiligten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Aktive aus den Betrieben an der Postkarten-Aktion des DGB unter dem Titel „Rote Karte dem sozialen Kahlschlag". Auf der Konferenz wurden die gesammelten Karten symbolisch an Sebastian Hebeisen vom DGB Koblenz übergeben, der sich über die mehr als 5.000 Postkarten freute. Diese werden nun landesweit gebündelt und dann an die rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten aus der Regierungskoalition übergeben.

 

Ali Yener (IG Metall Koblenz) und Markus Eulenbach (IG Metall Neuwied) machten die Haltung der Beschäftigten deutlich: „Wer bei Rente, Pflege und Gesundheit kürzt, bekommt es mit uns zu tun. Die Beschäftigten aus unseren Betrieben haben heute klargemacht: Diesen Sozialabbau tragen wir nicht mit."

 

Der Protest geht weiter: Für den 26. September 2026 rufen die Gewerkschaften unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente." zu einem bundesweiten Aktionstag mit Großdemonstrationen auf, unter anderem Frankfurt und Saarbrücken. Der Aktionstag steht allen offen, auch wer nicht Mitglied einer Gewerkschaft ist, kann aktiv werden. Für die gemeinsame Busanreise kann man sich beim DGB in Koblenz oder bei der IG Metall melden. Am 24. Oktober folgt in Koblenz eine zentrale Demonstration für das nördliche Rheinland-Pfalz. Denn der Protest gegen den Sozialabbau soll auch dort sichtbar werden, wo die Menschen wohnen und arbeiten.