Schwerbehindertenvertretung (SBV) Die Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen beginnen ab 1. Oktober

„KÜMMERN statt kündigen“ ist eines der Mottos der IG Metall Koblenz für die anstehenden SBV-Wahlen. Vom 1. Oktober bis 30. November 2026 wird die Schwerbehindertenvertretung in Betrieben mit mindestens 5 Schwerbehinderten und ihnen Gleichgestellten gewählt.

SBV Wahlvorstandsschulung 2026

1. Oktober 2026 1. Oktober 2026


„EINGLIEDERN statt auslagern“, „KÜMMERN statt kündigen“ und „ALL INCLUSIVE was sonst?“ steht als Motto auf Flugblättern und Plakaten, die die IG Metall Koblenz in den vergangenen Wochen verteilt hat. Ab dem 1. Oktober bis Ende November 2026 wählen in den Betrieben die Schwerbehinderten und die ihnen gleichgestellte Beschäftigte ihre Vertretungen. Die IG Metall Koblenz bereitet sich intensiv auf diese anstehenden Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen (SBV) vor. Unter anderem schult sie engagierte Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben der Region, die die Wahlen organisatorisch einleiten und durchführen. Rund 20 Betriebe in und um Koblenz, die von der IG Metall betreut werden, stehen in diesem Herbst vor der Neuwahl ihrer Schwerbehindertenvertretungen.

Wichtige Stimme für Teilhabe und Gerechtigkeit im Betrieb

„Die Schwerbehindertenvertretung ist eine unverzichtbare Stimme für Inklusion im Betrieb. Sie sorgt dafür, dass Teilhabe im Arbeitsleben nicht nur ein gesetzlicher Anspruch bleibt, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich umgesetzt wird“, betont Stefanie Majer. Aufgabe der Schwerbehindertenvertretungen (SBVen) ist es, die Interessen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Beschäftigten zu vertreten, die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben zu fördern und darüber zu wachen, dass geltende Rechte eingehalten werden. Dazu gehören unter anderem die Begleitung bei Einstellungen, Versetzungen und Kündigungen sowie die Mitwirkung bei Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Barrierefreiheit. „Gemäß unserer Rechtslage müssen die Betriebe fünf Prozent Schwerbehinderte und Gleichgestellte beschäftigen.“ so Stefanie Majer. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es entscheidend, die Potenziale aller Beschäftigten zu fördern und Barrieren konsequent abzubauen.“

Das Engagement der SBVen sei darüber hinaus für alle Beschäftigten wichtig. „Schwerbehindertenvertreter haben einen besonderen Blick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Das ist für alle Beschäftigten wichtig. Es geht für die gesamte Belegschaft darum, dass Arbeit so gestaltet wird, dass sie einerseits nicht krank macht und auch bis zum Renteneintritt ausgeübt werden kann – gerade wenn das Renteneintrittsalter steigt, die Arbeitsbelastung meist jedoch größer wird.“

Politische Forderungen für mehr Teilhabe

Mit Blick auf die anstehenden SBV-Wahlen unterstreicht die IG Metall auch ihre politischen Forderungen zur Stärkung der Teilhabe am Arbeitsleben. Dazu zählen unter anderem ein konsequenter Ausbau barrierefreier Arbeitsplätze, stärkere Mitbestimmungsrechte der Schwerbehindertenvertretungen sowie bessere Förderinstrumente für Unternehmen. „Wir brauchen mehr verbindliche Regelungen für barrierefreie Arbeitsbedingungen“, so Stefanie Majer. „Teilhabe darf keine Frage des guten Willens sein. Dafür setzen wir uns als IG Metall mit Nachdruck ein.“ Außerdem sei die aktuelle Kürzungspolitik der Bundesregierung in den Sozialversicherungssystemen gerade für die Gruppe der Schwerbehinderten und Gleichgestellten verheerend. „Schwerbehinderte haben in der Regel mehr Bedarf an medizinischer Versorgung. Einige Reformen sind bereits verabschiedet und werden deutliche Mehrbelastungen mit sich bringen, wie beispielsweise die steigenden Zuzahlungen zu Medikamenten. Im Bereich Pflege und Rente sind weitere Maßnahmen mit deutlichen Belastungen geplant.“ so Majer „Aus Solidarität mit allen, die auf Versorgung angewiesen sind, sowie für ein zukünftig funktionierende Sozialsystem, müssen die aktuellen Pläne gestoppt und strukturelle Veränderungen diskutiert werden. Ziel darf nicht nur Sparen sein, sondern ein System an dem sich alle je nach Leistungsfähigkeit beteiligen und das allen mehr Sicherheit bieten. Denn Krankheit oder Einschränkungen können alle treffen.“

Aufruf zur Beteiligung

Die IG Metall Koblenz ruft daher alle Beschäftigten auf, sich am 24. Oktober in Koblenz an den Protesten gegen den sozialen Kahlschlag zu beteiligen. Um 5 vor 12 Uhr beginnt die Protestveranstaltung am Koblenzer Hauptbahnhof. Gleichzeitig appelliert sie an alle wahlberechtigten Beschäftigten, sich in den Betrieben aktiv bei den SBV-Wahlen einzubringen. „Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt die Legitimation der gewählten Vertreterinnen und Vertreter und damit die Interessen schwerbehinderter Menschen im Betrieb.“ so Stefanie Majer.

IG Metall als starker Partner für schwerbehinderte Beschäftigte

Die IG Metall engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte und Interessen schwerbehinderter Menschen in der Arbeitswelt. Sie unterstützt SBV-Mitglieder durch Schulungen, Beratung und rechtliche Expertise und setzt sich auf betrieblicher wie politischer Ebene für bessere Rahmenbedingungen ein. „Als Gewerkschaft stehen wir an der Seite der schwerbehinderten Kolleginnen und Kollegen. Wir sorgen dafür, dass ihre Interessen Gehör finden – im Betrieb, in Tarifverträgen und in der Politik“, so Majer.