Rote Karten gegen Sozialabbau an Bundestagsabgeordneten übergeben
IG Metall Koblenz und DGB Region Koblenz machen Druck für den Erhalt des Sozialstaats und rufen zur Demonstration am 24. Oktober auf
Mit der Übergabe der Roten Karten an den Koblenzer Bundestagsabgeordneten Thorsten Rudolph (SPD) machen Beschäftigte aus der Region deutlich: Weitere Kürzungen bei Rente, Gesundheit und Pflege stoßen auf entschiedenen Widerstand. Die Aktion von IG Metall Koblenz und DGB Region Koblenz ist zugleich ein Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration gegen Sozialabbau am Samstag, 24. Oktober, in Koblenz. Die Gewerkschaften fordern eine Politik, die soziale Sicherheit stärkt, statt die Lasten des Wandels einseitig den Beschäftigten aufzubürden.
Mehrere tausend Beschäftigte aus Betrieben der Region haben sich in den vergangenen Wochen an der Aktion „Rote Karte gegen den sozialen Kahlschlag“ beteiligt. Die dabei gesammelten Roten Karten übergaben heute Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, und Sebastian Hebeisen, Regionsgeschäftsführer des DGB Region Koblenz, an den Koblenzer Bundestagsabgeordneten Thorsten Rudolph (SPD). Geplant war zudem für diese eine Übergabe an den Bundestagsabgeordneten Josef Oster (CDU), die jedoch aus terminlichen Gründen nächste Woche stattfinden wird. Die Karten sollen ein deutliches Signal an die Politik senden: Die Beschäftigten der Region lehnen weitere Einschnitte bei der sozialen Sicherung entschieden ab.
Die Aktion ist Teil einer breiten gewerkschaftlichen Mobilisierung gegen geplante Kürzungen bei Rente, Gesundheit und Pflege. In zahlreichen Betrieben informierten Vertrauensleute, Betriebsräte und Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter über die Reformvorhaben und sammelten Stellungnahmen der Beschäftigten. Dabei wurde deutlich, dass die Sorgen über die Auswirkungen möglicher Leistungskürzungen und Mehrbelastungen groß sind. Insbesondere die Diskussionen um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren, die Abschaffung des Blockmodells der Altersteilzeit sowie höhere Belastungen für Versicherte stoßen auf breite Kritik.
„Die Beschäftigten erleben derzeit einen tiefgreifenden industriellen Wandel. Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich, wie ihre Arbeitsplätze gesichert werden können und wie sie gesund bis zur Rente durchhalten sollen. Gerade in solchen Umbruchzeiten brauchen die Menschen Verlässlichkeit und soziale Sicherheit statt weiterer Einschnitte“, erklärte Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. „Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, muss sich darauf verlassen können, dass eine gute Rente und die Möglichkeit eines würdevollen Übergangs in den Ruhestand erhalten bleiben. Sozialabbau schafft keine Zukunftsperspektive, sondern zusätzliche Unsicherheit.“
Sebastian Hebeisen, DGB-Regionsgeschäftsführer in Koblenz, betonte die Bedeutung eines leistungsfähigen Sozialstaats: „Reformen müssen das Leben der Menschen besser machen. Gesundheitsversorgung, Pflege und soziale Sicherung sind keine Belastung, sondern Grundpfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Kürzungen treffen nicht nur Versicherte und Familien. Sie erhöhen auch den Druck auf die Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen sozialen Diensten. Ein starker Sozialstaat ist eine Voraussetzung für gute Lebensbedingungen und attraktive Arbeitsplätze in unserer Region. Deshalb erwarten wir von den Bundestagsabgeordneten unserer Region, dass sie sich gegen Sozialabbau und für eine verlässliche soziale Sicherung einsetzen.“
Die Gewerkschaften kündigten an, den Protest in den kommenden Wochen fortzusetzen. Gemeinsam rufen DGB, IG Metall und weitere Gewerkschaften zur Teilnahme an der Demonstration am Samstag, 24. Oktober, in Koblenz auf. Die Veranstaltung beginnt um 11:55 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof und führt anschließend durch die Innenstadt. Ziel ist es, ein klares Zeichen für soziale Sicherheit, gute Arbeit, eine sichere Gesundheitsversorgung, eine starke Pflege und eine verlässliche Rente zu setzen.
„Die zahlreichen Roten Karten zeigen, dass die Menschen in den Betrieben genau verfolgen, welche Folgen politische Entscheidungen für ihren Alltag haben“, betont Ali Yener. „Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam sichtbar zu machen, dass soziale Sicherheit kein Luxus ist, sondern die Grundlage für Zusammenhalt, wirtschaftliche Stabilität und Vertrauen in die Demokratie. Deshalb rufen wir die Beschäftigten der Region auf, am 24. Oktober in Koblenz mit uns auf die Straße zu gehen.“
Ansprechpartner: Ali Yener, Erster Bevollmächtigter IG Metall Koblenz, 0170-3333274
Foto: Martin Schlüter