Warnstreikwelle erreicht den Westerwald: 200 Beschäftigte von Deutz, GEA und SPIE erhöhen den Druck auf die Arbeitgeber
Mit Warnstreiks bei Deutz in Herschbach, GEA in Niederahr und SPIE SAG in Montabaur hat die Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie heute den Westerwald erreicht. Unterstützt wurden die Aktionen von Delegationen der Schütz-Werke aus Selters, Siershahn und Ransbach-Baumbach. Gemeinsam machten die Beschäftigten deutlich: Das bisherige Arbeitgeberangebot reicht nicht aus.
Den Auftakt der Warnstreiks im Westerwald am Donnerstag 5.11. machten die Beschäftigten von Deutz in Herschbach. Zur Kundgebung vor dem Betrieb kamen außerdem Delegationen der Schütz-Werke aus Selters, Siershahn und Ransbach-Baumbach. Gemeinsam setzten sie ein deutliches Zeichen für faire Tarifbedingungen und eine angemessene Beteiligung der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen.
Am Mittag legten anschließend die Beschäftigten von GEA in Niederahr sowie der SPIE SAG in Montabaur und auf den Baustellen die Arbeit nieder. Mit Kundgebungen und Arbeitsniederlegungen erhöhten auch sie den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifbewegung.
Hintergrund der Warnstreiks ist das aus Sicht der IG Metall unzureichende Angebot der Arbeitgeber in der laufenden Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie. Die Beschäftigten fordern 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütungen, Maßnahmen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung, eine stärkere Beteiligung am Unternehmenserfolg sowie eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen.
Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, erklärt auf der Kundgebung bei Deutz: „Der Westerwald zeigt heute eindrucksvoll, wie groß der Zusammenhalt der Beschäftigten ist. Die Beschäftigten im Westerwald erwarten Respekt für ihre Leistung. Die Arbeitgeber sollten dem durch ein deutlich verbessertes Angebot zügig nachkommen.“
Marco Lohmeier, Betriebsratsvorsitzender bei Deutz Herschbach und Vertrauensmann der IG Metall, sagt: „Die Kolleginnen und Kollegen bei Deutz wissen genau, welchen Beitrag sie jeden Tag zum Unternehmenserfolg leisten. Deshalb erwarten sie zu Recht eine faire Beteiligung an diesem Erfolg. Die Belegschaft bei Deutz steht zusammen, bereits in den letzten Jahren, in denen wir immer wieder durch den Druck der Belegschaft über die IG Metall Zukunftsvereinbarungen erreicht, wie auch heute, wenn es um die Arbeitsbedingungen der ganzen Branche geht. Die Belegschaft steht geschlossen hinter den Forderungen der IG Metall.“
Auf der Kundgebung bei GEA in Niederahr machten die Beschäftigten von GEA und SPIE deutlich, dass auch sie mehr Bewegung am Verhandlungstisch erwarten.
Alexander Luhs, Betriebsratsvorsitzender bei GEA Niederahr und Vertrauensmann der IG Metall, sagt: „Die Kolleginnen und Kollegen bei GEA haben in den letzten Jahren Umstrukturierungen im Betrieb getragen und ihren Beitrag für die Zukunft des Standorts gebracht. Das waren auch für die Belegschaft keine einfachen Zeiten. Sie haben Respekt und Wertschätzung für diese Anstrengungen verdient und einen fairen Anteil am Erfolg, den das Unternehmen durch ihre Arbeit hat.“
Marko Seibel, Politischer Sekretär der IG Metall Koblenz, erklärt: „Die Warnstreikbewegung hat inzwischen die gesamte Region erfasst. Ob in Koblenz, im Hunsrück, im Rhein-Lahn-Kreis oder heute im Westerwald: Überall machen die Beschäftigten deutlich, dass sie hinter den Forderungen der IG Metall stehen. Die Arbeitgeber müssen jetzt erkennen, dass die Geduld der Beschäftigten Grenzen hat. Wir sind zu einer guten Lösung bereit. Doch solange kein deutlich verbessertes und verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt, wird die Tarifbewegung weiter an Stärke gewinnen.“
Für Freitag 6.11. ist eine weitere Verhandlungsrunde im Tarifgebiet der Mittelgruppe, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland, angesetzt. Sollte sich an diesem Termin kein deutlicher Fortschritt in den Verhandlungen andeuten, kündigt die IG Metall Koblenz eine weitere Eskalation des Tarifkonflikts in der Metall- und Elektroindustrie an.
Ali Yener: „Sollten die Arbeitgeber nicht deutlich nachbessern und kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, werden wir in der kommenden Woche die Einleitung ausgeweiteter Streikmaßnahmen beschließen. Die Beschäftigten aus Koblenz und Umgebung haben sich darauf bereits vorbereitet. Auf den Warnstreiks in dieser Woche haben die Beschäftigten gezeigt, dass sie bereit sind den Druck weiter deutlich zu erhöhen, sollte das nötig sein. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug.“
Kontakt: Ali Yener, Erster Bevollmächtigter IG Metall Koblenz
Stefanie Majer, Politische Sekretärin IG Metall Koblenz
Foto: Godehard Juraschek, Markus Nies, Sharon Gölden