Warnstreikwelle rollt durch den Rhein-Lahn-Kreis

4. November 2026 4. November 2026


Warnstreikwelle rollt durch den Rhein-Lahn-Kreis: Mehr als 300 Beschäftigte erhöhen den Druck auf die Arbeitgeber

 

Beschäftigte von Eaton Holzhausen, Eaton Dausenau, Clarios Braubach und dem Metallwerk Elisenhütte fordern ein deutlich besseres Angebot.

 

Die Warnstreikwelle der IG Metall hat den Rhein-Lahn-Kreis erreicht. Mehr als 300 Beschäftigte aus vier Betrieben beteiligten sich am heutigen Mittwoch an Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen. Mit den Aktionen erhöhen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie.

 

Den Auftakt machten die Beschäftigten von Eaton in Holzhausen. Deutlich über 200 Kolleginnen und Kollegen legten für zwei Stunden die Arbeit nieder und versammelten sich vor dem Betrieb, um den Forderungen der IG Metall Nachdruck zu verleihen.

 

Im weiteren Verlauf des Vormittags beteiligten sich Beschäftigte von Eaton Dausenau, Clarios Braubach und dem Metallwerk Elisenhütte (MEN) an einer zweiten Warnstreikwelle. Die Kolleginnen und Kollegen von Eaton Dausenau und MEN fuhren in zwei Autokorsos nach Nassau, wo sie gemeinsam mit Beschäftigten von Clarios demonstrierten und auf dem Rathausplatz eine Kundgebung abhielten. Insgesamt beteiligten sich dort mehr als 100 Beschäftigte.

 

Mit den Warnstreiks in vier Betrieben sowie der gemeinsamen Demonstration setzen die Beschäftigten ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit über Betriebs- und Unternehmensgrenzen hinweg. Die IG Metall fordert die Arbeitgeber auf, in den laufenden Verhandlungen endlich ein deutlich verbessertes und verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

 

Hintergrund der Warnstreiks ist das aus Sicht der IG Metall das unzureichende Angebot der Arbeitgeber in der laufenden Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie. Die Beschäftigten fordern 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung, Maßnahmen zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten, eine stärkere Beteiligung am Unternehmenserfolg sowie eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen.

 

Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, erklärt:

„Heute zeigt der Rhein-Lahn-Kreis deutlich Flagge. Mehr als 300 Kolleginnen und Kollegen haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Forderungen einzustehen. Die Beschäftigten bei Eaton Holzhausen, Eaton Dausenau, Clarios Braubach und dem Metallwerk Elisenhütte erwirtschaften tagtäglich den Erfolg ihrer Unternehmen. Allen vier Standorten geht es wirtschaftlich gut. Umso weniger Verständnis haben die Kolleginnen und Kollegen dafür, dass die Arbeitgeber an einem Angebot festhalten, das ihrer Leistung nicht gerecht wird. Das vorliegende Angebot reicht nicht aus. Wer von den guten Leistungen der Beschäftigten profitiert, muss auch bereit sein, die Beschäftigten angemessen am Erfolg zu beteiligen.“

 

Oliver Fuchs, Betriebsratsvorsitzender bei Eaton und Vertrauensmann der IG Metall, sagt:

„Die große Beteiligung macht deutlich, wie geschlossen die Kolleginnen und Kollegen hinter unseren Forderungen stehen. Wir erwarten eine faire Beteiligung am Unternehmenserfolg und spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten. Dass die Kolleginnen und Kollegen aus Holzhausen und Dausenau heute gemeinsam Gesicht zeigen, steht für den starken Zusammenhalt in unseren Betrieben.“

 

Mario Samfaß, Betriebsratsvorsitzender bei Clarios Braubach und Vertrauensmann der IG Metall, erklärt:

„Die Arbeitgeber müssen erkennen, dass die Geduld der Beschäftigten Grenzen hat. Jetzt braucht es Bewegung am Verhandlungstisch.“

 

Claudia Haack, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende beim Metallwerk Elisenhütte Nassau und Vertrauensfrau der IG Metall, betont:

„Die gute Beteiligung zeigt die Entschlossenheit der Beschäftigten. Wir wollen einen guten Kompromiss. Dafür müssen die Arbeitgeber jedoch ein deutlich verbessertes Angebot auf den Tisch legen.“

 

Abschließend erklärt Ali Yener:

„Die heutige Beteiligung ist eine klare Botschaft an die Arbeitgeber. Die Beschäftigten in Eaton Holzhausen, Eaton Dausenau, Clarios Braubach und dem Metallwerk Elisenhütte wissen genau, welchen Beitrag sie jeden Tag zum Unternehmenserfolg leisten. Sie erwarten zu Recht eine faire Beteiligung an diesem Erfolg. Das vorliegende Angebot bleibt deutlich hinter dieser Erwartung zurück. Jetzt müssen die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde spürbar nachlegen. Andernfalls werden wir den Druck in den Betrieben weiter erhöhen. Die Kolleginnen und Kollegen haben heute gezeigt: Sie stehen zusammen und sie sind entschlossen, für ihre berechtigten Forderungen einzutreten.“

 

Schon am kommenden Tag, 05.11.2026 zieht die Warnstreikwelle weiter in den Westerwald. Bei Deutz in Herschbach, GEA in Niederahr und SPIE in Montabaur werden die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen. Das bislang vorliegende Angebot reicht nicht aus. Solange die Arbeitgeber nicht deutlich nachbessern, wird die Tarifbewegung weiter an Stärke gewinnen.

 

Kontakt:          Ali Yener, Erster Bevollmächtigter IG Metall Koblenz

                            Stefanie Majer, Politische Sekretärin IG Metall Koblenz

 

Fotos:               IG Metall Koblenz, Sharon Gölden

                            Godehard Juraschek